Dieses kleine Gemälde zeigt einen Jungen, der neben einem Totenschädel Seifenblasen pustet. Es ist ein Vanitas-Stillleben, das von der Symbolik der Vergänglichkeit von Schönheit, Jugend und irdischer Existenz durchdrungen ist.
Der Totenschädel symbolisiert die Sterblichkeit eines jeden Menschen. Der Junge, der Seifenblasen pustet, verweist auf die Vergänglichkeit der Jugend und des Lebens, die beide wie schöne Seifenblasen sind, die jeden Moment zerplatzen können. Weitere Symbole für die Vergänglichkeit des Lebens sind die Sanduhr, die erloschene Kerze, Blumen, die nur kurze Zeit schön sind, Pilze, die nur im Schatten wachsen, und die verkehrt herum liegende Uhr.
Auf dem Tisch neben der Bibel liegt ein Blatt Papier mit den Worten „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem”, was übersetzt „Was auch immer du tust, tue es mit Bedacht und respektiere das Ende” (Sirach 7:38) bedeutet.
Das Thema der Vergänglichkeit war bei niederländischen und flämischen Künstlern des 17. Jahrhunderts besonders beliebt. Das Wort „Vanitas” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Eitelkeit” oder „Leere”. Attribute wie Totenschädel, erloschene Kerzen, Blumen, zerfallende Bücher, Musikinstrumente, Uhren und umgestürzte Gläser wurden verwendet, um die Vergänglichkeit des irdischen Daseins zu symbolisieren. Auch wenn dieses Thema heute düster wirkt, war dies im 17. Jahrhundert nicht der Fall. Der Tod war ein natürlicher Teil des Lebens und die Menschen ließen sich gerne mit Vanitas-Attributen abbilden, um ihre Akzeptanz der Unausweichlichkeit des Todes zu zeigen. Solche Bilder dienten als Beispiele für Frömmigkeit und zeigten dem Betrachter, dass sich der Besitzer seiner eigenen Sterblichkeit bewusst war – memento mori. Anstatt sich in den Freuden des irdischen Lebens zu verlieren, sollte man sich auf das Leben nach dem Tod konzentrieren.
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