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Emil Schumacher (1912-1999), Kamos



Emil Schumacher (1912-1999), Kamos

Der Maler und Grafiker Emil Schumacher, geboren 1912 in Hagen und gestorben 1999 auf Ibiza, ist einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Informels und der Nachkriegsavantgarde.

Nach Krieg und Faschismus nahm Emil Schumacher den Begriff des Neubeginns wörtlich und wagte einen radikalen Neuanfang. Inspiriert von der Kunst der Nouvelle École de Paris und dem amerikanischen Action Painting, wandte er sich von der figurativen Malerei ab und der Ausdruckskraft der Malerei selbst zu. Die Trennung von Farbe und Form, von Linie und Motiv, die Spontaneität des Malens, die Zerstörung der Oberfläche und die Verwendung von Materialien wie Stein, Kohle, Blei, Asphalt und Sisal wurden fortan zu Kennzeichen seiner Kunst. Ab 1990 integrierte er bildnerische Elemente in seine Entwürfe, die Objekte oder Figuren evozierten, und in seinem späteren Werk überwand er die Dichotomie zwischen Abstraktion und Figuration.

Papier gehörte von Beginn an zu Emil Schumachers bevorzugten Materialien. Der technisch begabte Künstler war sich der Vorzüge und Möglichkeiten des Papiers als Medium vollkommen bewusst. Die Druckgrafik war die erste Disziplin, der sich der junge Schumacher intensiv widmete: Nach einem Studium der freien Druckgrafik an der Kunstgewerbeschule in Dortmund erlernte er das Handwerk meisterhaft. Zeit seines Schaffens erforschte er die Möglichkeiten des Mediums immer wieder aufs Neue. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Werk, dessen verschiedene Genres eng miteinander verwoben sind. Emil Schumachers Arbeiten auf Papier und seine Druckgrafiken besitzen eine ähnliche sinnliche Haptik wie seine großformatigen Werke auf Holz oder Leinwand; die Direktheit seines gestischen Stils ist in großen wie kleinen Formaten gleichermaßen präsent.

Seit Mitte der 1950er-Jahre genießt Emil Schumacher internationale Anerkennung als einer der bedeutendsten Vertreter des Informel. Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Guggenheim-Preis in New York im Jahr 1958. Im selben Jahr wurde er zum Professor an der Hochschule der Künste Hamburg ernannt. 1966 nahm er eine Professur in Karlsruhe an und verbrachte 1967 ein Jahr als Gastprofessor an der University of Minneapolis in den USA.

1998 ehrte ihn der Deutsche Bundestag mit dem Auftrag für ein Wandgemälde im Reichstagsgebäude in Berlin. Ein Jahr nach der großen Retrospektive in München starb Emil Schumacher am 4. Oktober 1999 in San Jose.

Das Werk von Emil Schumacher lässt sich der Informel-Kunst zuordnen, einem Malstil des 20. Jahrhunderts, der die Kunstwelt von 1945 bis 1960 dominierte. 1950 führte der französische Essayist Michel Tapié auf seiner Ausstellung Véhémences confrontées den Begriff der Art informel („Kunst ohne Form“) ein und beschrieb die informelle Malerei als einen Stil, der sich ausschließlich auf den Akt des Malens konzentriert und in dem lesbare Symbole erst während dieses Prozesses entstehen, ob spontan oder nicht.

Ausgestellt bei: Galerie Hans Strelow, Schumacher – Späte Bilder, 13.5.–25.6.1989, Kat.-Nr. Nr. 152

Emil Schumacher (1912-1999), Kamos
Preis auf Anfrage
Provenance
Privatsammlung, Düsseldorf, seit 1987
Epoche
1987
Material
Ölfarbe auf Paneel
Signatur
Schumacher 87
Abmessungen
170 x 125 cm

Weltweite Lieferung möglich


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