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Französische Empire-Kaminuhr „L'Étude et la Philosophie“



Französische Empire-Kaminuhr „L'Étude et la Philosophie“

Das Uhrwerk verfügt über ein Acht-Tage-Gehwerk mit Ankergang. Das Schlagwerk auf Schlossscheibe schlägt zur vollen Stunde die Stundenzahl und zur halben Stunde einmal. Das Uhrwerk ist auf dem Zifferblatt signiert: Vaillant á Paris. Die Stunden werden mit römischen Ziffern, die Minuten mit arabischen Ziffern angezeigt.

Diese sehr große Pendule hat sechs kugelförmige Füße, die den Sockel aus Rouge-Griotte-Marmor tragen. Auf dem Sockel ruht mittig das patinierte Gehäuse mit dem Uhrwerk. Auf dem Gehäuse liegt eine Draperie, darüber sieht man ein Öllämpchen, flankiert von Adlerköpfen. Links und rechts vom Gehäuse sitzen zwei patinierte Figuren, die die Wissenschaft und die Philosophie in Gestalt eines schreibenden Mannes und einer lesenden Frau darstellen. Dieses Modell ist eine Interpretation des im 18. Jahrhundert häufig vorkommenden klassischen Modells „L'Étude et la Philosophie“, nach einem Entwurf von Louis Simon Boizot (1743-1809).

An den beiden schmalen Seiten des Sockels der Uhr befinden sich Embleme in der Form eines mit Lorbeeren verzierten Adlers. Dieses Symbol verweist auf Napoleon. Auch die Adlerköpfe auf der Öllampe sind ein direkter Hinweis auf die Kaiserherrschaft Napoleons. Die drehbare Sanduhr symbolisiert neues Leben und Wiederauferstehung. In Anbetracht der Zeit, die nach der Revolution folgte, kann das als Metapher für die Art und Weise gesehen werden, wie Napoleon sich gern profilieren wollte, nämlich als derjenige, der den Fortschritt bringt, mit Betonung auf Entwicklung und Stimulation der Wissenschaft.

In diesem Licht kann auch die im Mittelpunkt stehende Abbildung von Diana und Venus auf dem Gehäuse gedeutet werden: als Triumph der Keuschheit oder aber des Verstands über die Wollust vergangener Zeiten bzw. das Ancien Régime.

Boizot war Entwerfer bei der Gobelin Manufacture. Mit sechszehn Jahren nahm er ein Studium an der Academie Royale de Peinture et de Sculpture auf. Er gewann 1762 den Prix de Rome für Bildhauerkunst. Von 1773 bis 1800 war er Direktor der Entwurfsabteilung der Manufacture Nationale de Sèvres. In dieser Funktion wurde er auch damit beauftragt, Entwürfe für Uhren zu erstellen. Dabei handelte es sich um Terrakotta-Modelle, die später in Bronze gegossen oder aus Marmor gefertigt wurden. Einer seiner bekanntesten Entwürfe ist „L'Étude et la Philosophie“, für dessen Umsetzung diese Uhr ein Beispiel darstellt.

Die Bronzen dieser Kaminuhr sind von äußerst feiner Qualität, was die Gussarbeiten, aber vor allem, was die Ziselierung angeht. Daraus können wir schließen, dass diese Bronzen aus der Werkstatt von Thomire oder Galle stammen könnten.

Provenance:
Antiquariat Joseph Damiano, Nizza
Privatsammlung, Belgien

Französische Empire-Kaminuhr „L'Étude et la Philosophie“
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1805
Material
Feuervergoldete und patinierte Bronze, Emaille, Fuß aus Rouge-Griotte-Marmor
Signatur
Vaillant à Paris
Abmessungen
53 x 76 x 16 cm

Weltweite Lieferung möglich


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