Johann Wenzel Peter (Karlovy Vary 1745 – 1829 Rom), war ein Tiermaler, der in Rom arbeitete. Als Sohn eines Büchsenmachermeisters erlernte er zunächst das Büchsenmacherhandwerk. Auf seiner Wanderschaft kam er nach Brünn, wo er sein Meisterstück, eine Pistole, anfertigte. Anschließend ging er nach Wien, wo er als Münzgraveur arbeitete. Dank der Förderung des Grafen Joseph von Kaunitz, kaiserlich-österreichischer Botschafter am päpstlichen Hofe, kam er 1774 nach Rom, um Bildhauerei zu studieren. Er zeigte aber unter dem Einfluss von Anton Raphael Mengs etwa ab 1781 mehr Interesse für Malerei und spezialisierte sich in der Tiermalerei.
Für den Fürsten Borghese malte er 1784/85 die Eingangshalle des Casinos der Villa Borghese mit 162 Tierdarstellungen aus sowie weitere Bilder für die Sammlung des Casinos. Außerdem malte er Tierdarstellungen für den Palazzo Chigi und den Palazzo Altieri sowie Werke für den Bankier Alessandro Torlonia und Lord Bristol. Johann Wenzel Peter wurde 1812 zum Professor an der Accademia di San Luca berufen. Papst Gregor XVI. kaufte 1831 zwanzig seiner Gemälde für die Ausstattung der Sala del Concistoro in Päpstlichen Palast, heute in der Vatikanischen Pinakothek, darunter "Adam und Eva im Garten Eden" und "Der Kampf eines Löwen mit einem Tiger". Diese Gemälde bilden die größte zusammenhängende Sammlung von Peters Werken.
Das hier gezeigte Porträt einer Löwin ist eine Studie für das große Gemälde 'Adam und Eva im Paradies‘, das Paus Gregorius XVI. 1831 kaufte. Das Gemälde mit über 200 Tieren beweist Peters außergewöhnliches Talent, das Reich der Tiere sowohl attraktiv als auch originalgetreu darzustellen, wobei seine Kenntnisse der Anatomie direkt ins Auge springen. Er kombiniert ein pures Naturempfinden mit den attraktiven Vorzügen einer wunderschönen, gewagten Technik und einem ausgeklügelten Farbenspiel.
Es gibt mehrere Studien der Tiere dieses Gemäldes. Manche Studien bearbeitete er häufiger, wie auch dieses Löwinnenporträt, von dem eine sehr ähnliche Version am 7. Juli 2022 bei Sotheby’s als Artikel 161 versteigert wurde.
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