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Carl Wilhelm Wach (1787-1845)



Carl Wilhelm Wach (1787-1845)

Die „königliche“ Version des berühmten Gemäldes von Carl Wilhelm Wach „Bildnis einer Velletrinerin“ wurde entdeckt!
Es war bekannt, dass von diesem Gemälde mehrere vom Künstler eigenhändig gefertigte Versionen existieren und dass eine von ihnen früher im Besitz der bayrischen königlichen Familie auf Schloss Tegernsee in Bayern gewesen war. Allerdings war nicht klar, um welche Variante es sich dabei gehandelt hatte. Da sich das hier vorliegende Porträt, als es wieder auftauchte, in seinem Original-Rahmen befand, konnte nachgewiesen werden, dass es sich dabei um dieses spezielle Exemplar handelt.
Als Karl Prinz von Bayern 1875 auf Schloss Tegernsee von seinem Pferd fiel und sofort starb, gehörte dieses Gemälde zu seinem Besitz, es wird im Nachlassverzeichnis unter Nummer 95, im Toilettenzimmer, aufgeführt:
 
Toilette-Zimmer
No. 95 Wacht
Bildnis einer Albaneserin in rothem Mieder, geschmückt mit einer Rose, einem Collier von Korallen und goldenen Ohrenringen. Auf Leinwand H. [Höhe] 23 Z. [Zoll] 1 L. [Linie] Br. [Breite] 17 Z. [Zoll] 11 L. [Linien]
In verg[oldetem] Rahmen. fl. [Gulden] 250.

Die Inventarnummer 95 steht auf der Rückseite des Bildes und bestätigt somit seine königliche Herkunft.
Ein Aquarell von Eugen Napoleon Neureuther (1806–1882) zeigt das Gemälde hinten rechts im Raum.

Eugen Napoleon Neureuther(1806-1882)


Der Originalrahmen von Leo von Klenze (1784–1864), auf dem die Inventarnummer steht, ist auf dem Aquarell gut erkennbar. Von Klenze war der Hofarchitekt Ludwig I. von Bayern und zählte zu den prominentesten Architekten des Neoklassizismus. 1823/24 arbeitete er auf Schloss Tegernsee und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieses Gemälde schon damals dorthin kam.
Carl Wilhelm Wach, der Maler der berühmten Velletrinerin, war ein Schüler von Carl Kretschmar in Berlin. Er setzte seine Ausbildung unter der Leitung von Jacques Louis David, Antoine Jean Gros und François Gerard in Paris fort, bevor er im Mai 1817 nach Rom ging. Wach verbrachte zwei Jahre in Rom und Umgebung. Die schöne Dame aus Velletri, einem Städtchen 40 km südlich von Rom in den albanischen Bergen (daher der Titel Albaneserin in der Inventarliste aus dem Jahr 1875), hat Wach wahrscheinlich Ende 1818 oder Anfang 1819 gemalt, denn eine erste Version dieses Werkes wurde 1819 auf einer Ausstellung in der preußischen Botschaft im Palazzo Caffarelli in Rom gezeigt. Diese erste Version gelangte anschließend in den Besitz von Graf Raczynski (1786–1845) auf Schloss Rogalin in der Nähe des heutigen Posen. Das Porträt, von dem Wach selbst sicherlich sechs Exemplare erstellte, beeindruckte die Menschen damals sehr.
Mehrere dieser Exemplare befinden sich in Museen oder bekannten Sammlungen, so zum Beispiel im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt (seit 1959), in der Sammlung Oetker und im Stadtmuseum Berlin.
Eine Untersuchung durch Prof. Helmut Börsch-Supan aus Berlin hat ergeben, dass das hier vorliegende Porträt zu den frühesten Varianten gehört. Die perspektivisch korrekt wiedergegebene vergoldete Haarnadel – sie liegt in späteren Versionen nicht in einer Linie mit dem Amor an der Spitze der Nadel – und der von Klenze gefertigte Rahmen untermauern diese Vermutung. Außerdem kann durch die Inventarnummer auf der Rückseite des Rahmens, die mit der Inventarliste von Karl Prinz von Bayern übereinstimmt, nachgewiesen werden, dass diese Version im Schloss Tegernsee hing, was auch auf dem Aquarell von Neureuther zu sehen ist.

Provenienz:
Karl Prinz von Bayern (1795–1875), Schloss Tegernsee, Bayern

Carl Wilhelm Wach (1787-1845)
Preis auf Anfrage
Epoche
1820
Material
Ölfarbe auf Tuch
Abmessungen
63 x 51 cm

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