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Paar französische Louis XV Appliken, nach Nicolas Pineau



Paar französische Louis XV Appliken, nach Nicolas Pineau

Ein Paar feuervergoldete Ludwig-XV.-Appliken aus Bronze mit zwei unterschiedlichen Armen. Die Rückplatte, die Arme, die Bobeches und die Tropfschalen der Appliken bestehen aus wunderschön gewundenen Blattmotiven. Die Tropfschalen scheinen dabei weniger dafür entworfen worden zu sein, den Kerzenwachs aufzufangen, als vielmehr dazu, ihn abfließen zu lassen. Die Rückplatte weist eine durchbrochene (percé à jour) Rocaille auf, die typisch für die Entwürfe von Nicolas Pineau ist. Die wunderschöne aufwärtsgerichtete Bewegung der asymmetrischen Arme, charakteristisch für die Rokoko-Periode, hat etwas sehr Gewinnendes.

Nicolas Pineau (geb. 1684 in Paris, gest. 1754 in Paris) war der Sohn von Jean Baptiste Pineau, „sculpteur ordinaire du Roi“. Nicolas Pineau studierte Architektur bei Hardouin Mansart und Boffrand und besuchte anschließend Bildhauer-Klassen an der St. Lucas-Akademie. Er arbeitete zudem mit dem Goldschmied Thomas Germain zusammen.
Von 1717 bis 1727 war er am Hof von Zar Peter dem Großen in St. Petersburg tätig, wo er für die dekorativen Schnitzereien und später auch für einen Teil der Architektur verantwortlich war. Wieder in Paris entwarf er ab 1727, häufig in Zusammenarbeit mit dem Architekten François Blondel, Inneneinrichtungen, Möbel und Beleuchtungen.
Berühmt war Pineaus Werk wegen seiner ausgewogenen Verteilung der asymmetrischen Ornamente bei dekorativen Schnitzereien und in der Architektur. Er wurde gemeinsam mit Juste Aurèle Meissonnier und Jacques de Lajoüe als Erfinder des „genre pittoresque“ betrachtet, das später unter dem Namen „Rokoko“ bekannt wurde.
Obwohl Pineau nicht viele Entwürfe für Bronzegießer anfertigte, hat er doch einige sehr schöne Entwürfe für Wandappliken erstellt (Abb. 1, seit 1908 im Musée des Arts décoratifs, Paris).

Das Charakteristischste an Pineaus Entwürfen ist das „percé à jour“-Motiv (die durchbrochene Materie) in Rocailles, das nicht nur in den Entwürfen für Beleuchtungen vorkommt, sondern sicherlich auch in Entwürfen für Wandtische, Konsolen und Spiegelrahmen eine große Rolle spielt.

Provenance:
Londoner Kunsthändler
Privatsammlung, Belgien

Literatur:
Cat. tent., Designing the Decor, French Drawings from the eighteenth Century, met teksten van Peter Führing, Lissabon 2005.
Hans Ottomeyer & Peter Pröschel, Vergoldete Bronzen, die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus, München 1986, p. 140, fig. 2.11.9

Paar französische Louis XV Appliken, nach Nicolas Pineau
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1745
Material
feuervergoldete Bronze
Abmessungen
64 x 37 x 22 cm

Weltweite Lieferung möglich