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Holländische Louis XVI Kommode mit vier Encoignures



Holländische Louis XVI Kommode mit vier Encoignures

Dieses Set, bestehend aus einer Kommode und vier Encoignures, wurde höchstwahrscheinlich für einen Auftraggeber gefertigt, der schon bei Auftragserteilung einen spezifischen Salon vor Augen hatte, denn es ist ungewöhnlich, in jeder Ecke eine Encoignure aufzustellen.

Die Paneele an den Seiten der Kommode und an den Türen der Eckschränkchen sind austauschbar, wahrscheinlich um zwischen der Sommer- und Winterdekoration des Raums, in dem sie aufgestellt waren, wechseln zu können. Das bedeutet, dass es vermutlich ein zweites Set Paneele gab, mit einer Verzierung, die mit dem Stil der Gestaltung des Raums korrespondierte.

Einer der wichtigsten Möbeltischler der Periode 1765-1795 war Matthijs Horrix (1735-1809), der 1760 nach Den Haag kam und dort 1764 Möbeltischlermeister wurde. Er gründete eine Möbeltischlerei, die fast alle Arten von Möbeln fertigte, die für die Einrichtung eines Hauses denkbar waren.

Horrix‘ Ruhm basierte hauptsächlich auf seinen raffinierten Möbeln im Pariser Stil und auf seinem Ruf als begabter Möbeltischler, der der französischen Mode auf dem Fuße folgte.

1767 heiratete Statthalter Prinz Wilhelm von Oranien-Nassau Wilhelmine von Preußen und schaffte so Bedarf an Mobiliar für eine Reihe von Schlössern in Den Haag und anderen Orten des Landes. Vor allem die Prinzessin war äußerst beeindruckt von Horrix‘ Arbeit und bestellte zahlreiche Möbel bei ihm, sowohl für den eigenen Gebrauch als auch für ihre Kinder Prinz Wilhelm und Prinzessin Luise.

1780 fertigte Horrix Kommoden, verziert mit chinesischen Lackpaneelen, für Prinzessin Wilhelmine, 1781 schuf er ein „Caisse à la Chinoise pour une Pendule“ für sie. Dabei handelte es sich um einen Schrank für eine Uhr, der die Form eines chinesischen Tempels hatte und mit Lackwerk verziert war.
 
1790-1791 arbeitete Horrix an einem wichtigen Auftrag für das Schloss Huis ten Bosch: an einer Täfelung mit Lackpaneelen für einen Raum, der später als das Chinesische Zimmer berühmt wurde. Heutzutage ist dieser Raum als der Japanische Saal in der Residenz seiner Königlichen Hoheit Wilhelm-Alexander bekannt.

Nicht alle Horrix-Möbel aus der königlichen Sammlung sind erhalten geblieben, aber noch immer befinden sich Werke von Horrix in königlichem Besitz, darunter auch der Horrix-Saal, dem Vernehmen nach einer der bevorzugtesten Salons von Prinzessin Beatrix.

Abmessungen:
Kommode: Höhe 96,5 cm; Breite 69 cm; Tiefe 55 cm.
Eckschranken: Höhe96,5; Breite 69 cm; Tiefe 41 cm.
 
Provenienz:
Auktionshaus Hans W. Lange, Berlin, 3-4 Dezember 1940, lot. 339-340-341
Sammlung Salomon Stodel, Amsterdam
Holländische Louis XVI Kommode mit vier Encoignures
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1780
Material
Eichenkern, furniert mit Mahagoni-, Ahorn- und Palmholz und bois tenté. Japanische Lackpaneele. Beschlag aus feuervergoldetem Metall, Messing.
Abmessungen
96 x 55 x 125 cm

Weltweite Lieferung möglich