Der Guéridon ruht auf einem Dreifuß mit S-Spiralen aus massivem Nussholz. Der gedrehte und konturierte Schaft verjüngt sich unterhalb des zentralen Knotenpunkts en ist oberhalb dieses Punkts in Richtung der Tischplatte balusterförmig. Die achtseitige Platte hat einen erhöhten Rand sowie ein Furnier mit ausgiebig gemasertem Nussbaum-Wurzelholz.
Ursprünglich, ab Mitte des siebzehnten Jahrhunderts, dienten Guéridons als Träger von Kandelabern (Girandolen), die in der Regel an die Wand gestellt wurden. In Jean Lepautres ‘Livre de Miroirs, Tables et Guéridons’ (ca. 1670), stellte man je zwei Guéridons neben einen Konsoltisch, über dem ein Spiegel hing, auf. Das Licht hoch befestigter Kandelaber wurde vom Spiegel reflektiert, sodass das Zimmer prachtvoll beleuchtet wurde. Daniel Marot entwarf für den Hof des Statthalters viele Variationen einer solchen Kombination eines Konsoltisches mit Spiegel, der von Girandolen flankiert wurde, auch Triade genannt. Nach 1702, als Marot hauptsächlich für den Adel und das Bürgertum arbeitete, fand die Idee der Intensivierung der Beleuchtung durch Spiegelung Anklang im niederländischen Bürgertum, sodass viele Guéridons hergestellt wurden.
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