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Hendrik Voogd (Amsterdam 1768 – 1839 Rome)



Hendrik Voogd (Amsterdam 1768 – 1839 Rome)

Dieses nie zuvor veröffentlichte Gemälde einer italienischen Landschaft mit Kühen und Schafen und Hirten bei heraufziehendem Unwetter ist eine schöne Ergänzung des bislang noch kleinen bekannten Œuvre von Hendrik Voogd. Wegen seines langen Aufenthalts in Italien war der Maler in den Niederlanden lange Zeit in Vergessenheit geraten.
Hendrik Voogd wurde von dem Amsterdamer Tapetenmaler Jurriaan Andriessen (1742 - 1819) ausgebildet. Der Kunstliebhaber Dirk Versteegh unterstützte Voogd finanziell, sodass dieser nach Rom reisen konnte. Damit war Voogd nach den Malern des 17. Jahrhunderts einer der ersten Kunstmaler, die in die Ewige Stadt zogen. Jean Grandjean (1752 - 1781) und Daniël Dupré (1751 - 1817), beide ebenfalls Schüler von Andriessen, waren vor ihm nach Rom gegangen, Grandjean war allerdings schon verstorben und Dupré sollte 1791 in sein Vaterland zurückkehren.

Voogd stand in Rom in engem Kontakt mit David Humbert de Superville (1770 - 1849), der kurz nach ihm in Rom ankam und mit dem er lange Zeit zusammenwohnte.
Voogd hatte zudem häufig Kontakt mit deutschen Malern der internationalen Künstlergemeinschaft, die zu der Zeit Rom bevölkerte.

1805 wurde Voogd in Italien von dem Künstlerbiografen Van der Willigen besucht. Dieser verzeichnete, dass Voogd in Rom der „holländische Claude Lorrain“ genannt wurde. Voogd blieb trotz der Versuche von Van der Willigen, ihn in die Niederlande zurückzuholen, für den Rest seines Lebens in Rom, er heiratete nicht.
Einige seiner Bilder von der römischen Campagna wurden in die Niederlande geschickt und ernteten auf den „Ausstellungen lebender Meister“ (Tentoonstellingen van Levende Meesters) viel Lob. Auch sein Mäzen Dirk Versteegh erhielt regelmäßig Werke des Künstlers.  

Gemälde von Hendrik Voogd sind selten. Erhalten sind von dem Œuvre dieses Malers noch ungefähr 400 Zeichnungen und etwa dreißig der sechzig Gemälde, die er laut Nennungen in der Literatur gefertigt haben soll. Auf der Basis dieser überlieferten Werke ist Voogds Entwicklungsweg gut nachzufolgen. Zu Beginn seiner Laufbahn malte er sorgfältig komponierte, meist klassische Landschaften. Später verschob sich sein Repertoire von „paysage historique“ zu eher dramatischen Szenen mit Lichteffekten, so wie das heraufziehende Unwetter in dem vorliegenden Gemälde. Auffallend ist zudem, dass in den frühen Landschaften keine Nutztiere vorkommen, die nach 1810 häufig Teil seiner Landschaften sind.
Voogd nutzte für seine Gemälde die vielen Zeichnungen, die 1842 auf einer Versteigerung diverse Käufer fanden. Diese „plein air“-Studien, oft mit topographischen Hinweisen versehen, wurden immer wieder herangezogen. Die kahlen Bäume rechts sind aus seinen Zeichnungen bekannt, ebenso die auf Felsen wachsenden Bäume auf der linken Seite des Bildes. Auch die gehörnten Kühe sind für Voogd typisch.

Provenance:
Privatsammlung

Literatur:
C.J. de Bruijn Kops, 'Hendrik Voogd, landschapschilder', Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek 21 (1970), pp. 319-369
F.Kuyvenhoven, 'De Leidse collectie tekeningen en grafiek van Hendrik Voogd', Leids Kunsthistorisch Jaarboek 4 (1985), pp. 269-295


 

Hendrik Voogd (Amsterdam 1768 – 1839 Rome)
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1815
Material
Ölfarbe auf Tuch
Signatur
H. Voogd fecit [links unten]
Abmessungen
62.5 x 86.4 cm

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