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Skulptur aus Sandstein, Neptun darstellend



Skulptur aus Sandstein, Neptun darstellend

Dieser Neptun, als solcher erkennbar an seinem üppigen Bart, dem Dreizack und einem Kranz aus Wasserpflanzen, steht auf einem wasserspeienden Delphin.
Neptun war der römische Meeresgott. In Holland, einem Land mit Seefahrertradition, wurden im 17. und frühen 18. Jahrhundert häufig Neptun-Statuen gefertigt. Man denke z. B. an den Brunnen für Driemond von Ignatius van Logteren aus dem Jahr 1714, der jetzt am Middenweg im Amsterdamer Stadtteil Frankendael steht. 1720 schuf van Logteren eine Gartenstatue des Neptun für den Ufergarten des Hauses der Familie van Vliet – dem späteren Bischofssitz van Vliet – in Haastrecht. Diese Statue existiert heute noch, ihr Dreizack ist allerdings im Laufe der Jahre verloren gegangen. Auch für den Ufergarten von Lyndensteyn in Beetsterzwaag schuf van Logteren eine ähnliche Neptun-Statue.
Die hier vorliegende Statue ist nicht signiert, wurde aber vermutlich von Ignatius van Logteren gefertigt und muss in einem Garten, beispielsweise an einem Fluss oder Brunnen, fantastisch ausgesehen haben. Ein Gemälde von Isaac de Moucheron aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das sich jetzt im Rijksmuseum befindet, zeigt einen solchen Garten mit einem Neptun-Brunnen.
Ignatius van Logteren (1685–1732) war ein Amsterdamer Bildhauer und Architekt. Das Zeichnen erlernte er bei seinem Vater, dem Maler Jan van Logteren (dem Älteren). Zum Bildhauer ausgebildet wurde Ignatius von Anthonie Turck und Johannes Blommendael, sein Werk ist stark von Daniel Marot beeinflusst. 1709 heiratete Ignatius Hendrica Turck (1683–1751), die Schwester von Anthonie. Er ließ sich an der Reguliersgracht in der Nähe der Werkstätten anderer bedeutender Steinmetze und Bildhauer nieder. 1718 erwarb van Logteren an der Prinsengracht eine eigene Werkstatt und einen Wohnraum.
Nach seinem plötzlichen Tod im Jahr 1732 übernahm sein Sohn Jan van Logteren (1709–1745) die Werkstatt, in der er groß geworden war. Zu dem Zeitpunkt hatte Jan noch kein Meisterstück angefertigt, denn er hatte stets die von seinem Vater angenommen Aufträge ausführen müssen. Jan heiratete 1734 und erstellte dann schließlich ein Meisterstück.
Im heutigen Amsterdam existieren noch viele Giebelverzierungen und Stuckarbeiten im Innenbereich, die van Logteren gefertigt hat.

Literatur:
P. M. Fischer, Ignatius en Jan van Logteren, beeldhouwers en stuckunstenaars in het Amsterdam van de 18de eeuw, Canaletto, Alphen am Rhein, 2005.

Provenienz:
Privatsammlung, Niederlande
Skulptur aus Sandstein, Neptun darstellend
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1720
Material
Abmessungen
153 x 53 x 47 cm

Weltweite Lieferung möglich


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