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Niederländische Hinterglasmalerei



Niederländische Hinterglasmalerei

In einem schwarz bemalten Passepartout mit schmalem, goldfarbenen Rahmen und schwarzer Biese erblickt man eine Abbildung der Hohe Brug (Hohen Brücke) über die Amstel, von der Außen-Amstel in Amsterdam aus gesehen.
Links ist der am Flussufer verlaufende Weg zu erkennen, mit einem Haus und von Bäumen gesäumt. Auf diesem Pfad befinden sich Gestalten und Tiere sowie bei einem Steg einige Fischer. Auf der Amstel sind ein paar Ruder- und Segelboote, sowohl fahrende als auch vertäute, zu erkennen.
Die Brücke hat etliche Bögen. Links von den Brückenbögen befinden sich einige Häuschen und Stege. Rechts vor der Brücke sieht man einen Weg mit einzelnen Häusern und Wald.
Hinter der Brücke erkennt man links vor allem Wald, auf der rechten Seite die Türme der Zuiderkerk, die Oude kerk (Alte Kirche) und eine Mühle.
Das Gemälde zeigt eine Vogelperspektive, mit einem niedrigen Horizont und viel blauem Himmel mit einer Andeutung von Wolken.


Die „Hoge Brug“ kann identifiziert werden als die Hohe Sluisbrug (Brücke) des 17. Jahrhunderts, auf der Höhe der heutigen Sarphatistraat erbaut. Diese Brücke aus dem 17. Jahrhundert wurde 1883 durch die heutige, von W. H. Springer entworfene Brücke ersetzt.

Über die Brücke aus dem 17. Jahrhundert:


„Von dieser Amstel-Brücke hat man einen der schönsten Blicke entlang der Innen- und Außen-Amstel. Man sieht Richtung Innen-Amstel verschiedene Kirchen, Türme und vornehme Gebäude der Stadt, Richtung Außen-Amstel die breite Amstel, trotz des Montags von allerlei kleinen Fahrzeugen wimmelnd ...“


Der Künstler hat für die Fertigung dieses Hinterglasgemäldes eine gemischte Technik angewendet.
Zunächst die „Hinterglasmalerei“, die im Aufbringen von Farbschichten in umgekehrter Reihenfolge besteht. (Normalerweise arbeitet man vom Hintergrund zum Detail, bei der Hinterglasmalerei arbeitet man vom Detail zum Hintergrund.)
Außerdem nutzte er die Technik der Verre Eglomisé: Das ist eine alte Technik, die in einem Buch aus dem 14. Jahrhundert von Cennino Cennini mit Anleitungen ausführlich beschrieben wird, aber schon im Altertum bekannt war.
Die Verre-Eglomisé-Technik bestand darin, dass man auf eine Glasplatte mit Hilfe von Gelatine oder rohem Eiweiß in Form geschnittenes Blattgold aufbrachte. Auf diese undurchsichtige Metalloberfläche wurde der Entwurf, den man ausführen wollte, spiegelbildlich übertragen, woraufhin man die Zeichnung mit einer Nadel bis zum Glas ins Metall eingravierte. Anschließend wurden die entstandenen Linien mit schwarzer Tinte bestrichen und so wurde die Darstellung auf der Vorderseite der Glasplatte zum Leben erweckt.
 

Niederländische Hinterglasmalerei
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1790-1795
Material
Glas, schwarzes und blaues Pigment, Blattgold
Abmessungen
41 x 46 cm

Weltweite Lieferung möglich