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Großer 18-flammiger Empire-Kronleuchter, Claude Galle zugeschrieben



Großer 18-flammiger Empire-Kronleuchter, Claude Galle zugeschrieben

Ein großer Empire-Kronleuchter aus feuervergoldeter Bronze und geschliffenem Kristall mit 18 Kerzenhaltern auf zwei Ebenen. Die Krone ist oben rundherum mit senkrechten Muschelornamenten verziert. Von der Krone laufen 24 Schnüre aus mandelförmig geschliffenen Kristallen zum Hauptkranz.

Der vergoldete Hauptkranz mit 12 Armen ist rundherum mit floralen Appliken dekoriert. Die S-Voluten-förmigen Arme münden in glatte Kerzenhalter. Die Tropfschalen sind mit einer doppelten Reihe geschliffener Mandeln mit kristallenen Eiszapfen daran behangen. Zwischen den Armen auf dem Kranz befinden sich Ornamente aus vertikalen Leiern und stilisierten Akanthusblättern. Die Tropfschalen dieser Kerzenhalter sind ebenfalls mit geschliffenen Mandeln und Eiszapfen aus Kristall behangen. An der Unterseite ist der Hauptkranz mit neun Reihen mandelförmig geschliffener Kristallzapfen versehen. In der Mitte hängt ein stilisierter vergoldeter Tannenzapfen aus Bronze.

Der Kronleuchter kann aufgrund seiner stilistischen Merkmale Claude Galle (1759-1815) zugeschrieben werden.

Der renommierte Bronzegießer Claude Galle wurde 1759 in Villepreux bei Versailles geboren. Schon in jungen Jahren zog er nach Paris, um dort als Schüler des Bronzegießers Pierre Foy zu arbeiten. 1784 heiratete Galle die Tochter von Foy und übernahm nach dem Tod seines Schwiegervaters 1788 dessen Werkstatt. Unter Galles Leitung entwickelte sich die Gießerei zu einer der führenden Gießereien in Frankreich und hatte rund 400 Mitarbeiter. Die Werkstatt wurde zunächst an den Quai de la Monnaie (der später in Quai de l’Unité umbenannt wurde) und 1805 in die Rue Vivienne 60 verlegt. Galle wurde 1784 zum ersten Mal im Handelsregister genannt. 1786 wurde er als „maître-fondeur“ ins Handelsregister eingetragen, schon bald danach erhielt er Aufträge von Jean Hauré, der zwischen 1786 und 1788 Direktor der „Garde-Meuble de la Couronne“ war.

Es ist bekannt, dass Galle des Öfteren mit Pierre-Philippe Thomire zusammenarbeitete und während des Kaiserreichs den Großteil der Bronze-Ornamente für die Möbelstücke des Schlosses Fontainebleau lieferte. Neben Bronzen für Möbelstücke lieferte Galle auch zahlreiche Vasen, Zierkannen, Lampen, Uhrenkästen und andere dekorative Bronzen an den kaiserlichen Hof für dessen Paläste in Saint-Cloud, Trianon, Tuileries, Compiègne und Rambouillet sowie für einige italienische Paläste, beispielsweise in Monte Cavallo, Rom und Stupinigi bei Turin.
Obwohl Galle nie um Aufträge verlegen war, war seine finanzielle Situation alles andere als gut. Das hatte einerseits mit seinem verschwenderischen Lebensstil zu tun, andererseits aber auch mit der Tatsache, dass einige seiner wichtigsten Kunden, wie beispielsweise Prinz Napoleon Joseph, ihre Rechnungen einfach nicht bezahlten. Nach Galles Tod wurde seine Werkstatt von seinem Sohn Gérard-Jean Galle (1788-1846) weitergeführt. Arbeiten von Galle sind in zahlreichen Sammlungen weltweit zu finden, unter anderem in dem Musée National de Château Malmaison, dem Musée Marmotan in Paris, dem Museo de Relojes in Jerez de la Frontera, der Residenz in München und dem Victoria and Albert Museum in London.

Provenance:
Privatsammlung, Belgien

Großer 18-flammiger Empire-Kronleuchter, Claude Galle zugeschrieben
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1815
Material
feuervergoldete Bronze; geschliffenes Kristall
Abmessungen
120 cm
Diameter
95.00 cm

Weltweite Lieferung möglich