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Deutsche Kronleuchter, Dresdner Spiegelmanufaktur



Deutsche Kronleuchter, Dresdner Spiegelmanufaktur

Ein vierflammiger Kronleuchter, gefertigt von der Dresdner Spiegelmanufaktur. Die Konstruktion des Leuchters besteht aus drei feuervergoldeten Bronze-Ringen, die Platten aus blauem Glas einfassen, an den Ringen hängen „Eiszapfen“ aus Kristall. Am untersten Ring sind vier Arme mit Bobeches und Zierarme mit waagerechten Zapfen angebracht. Der mittlere Ring ist der kleinste. Der oberste Kranz trägt zierliche, mit Kristallen versehene Arme. Die drei Ringe sind durch Ketten miteinander verbunden.
Kronleuchter wurden ab dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts immer häufiger von Architekten als feste Bestandteile von Räumen entworfen. Die Kronleuchter, die um 1800 von darauf spezialisierten Manufakturen in Berlin (Werner & Mieth) und Dresden (Dresdner Spiegelmanufaktur) gefertigt wurden, sind ein Höhepunkt dieser Entwicklung. Diese Manufakturen verwendeten die besten Materialien, die es gab. In Preußen hatte man sehr strenge protektionistische Maßnahmen ergriffen, die dafür sorgen sollten, dass die Hersteller vor allem Produkte aus dem eigenen Land verwendeten. Trotzdem nahm man für die Kronleuchter böhmisches Glas, da es von allerhöchster Qualität war. Dieser Kronleuchter aus der Dresdner Spiegelmanufaktur wurde um 1797 gefertigt, denn in diesem Jahr erschien eine Anzeige im „Journal des Luxus und der Moden“ (Dezember 1797, S. 630, Abb. 36), in der eine Variante dieses Kronleuchters abgebildet war. Die Bobeches mit herabhängenden Kristallen und die feuervergoldeten bronzenen Blattmotive am obersten Ring sind genau die gleichen, auch die mit Kristallen behängten Palmetten, auf denen die Kerzenhalter sitzen, sind identisch. Auf der Zeichnung kann man deutlich erkennen, dass der Entwerfer mit den dünnen Armen mit waagerechten gläsernen Röhrchen daran belaubte Zweige darstellen wollte. Die lobende Beschreibung beginnt folgendermaßen:




„Den neuesten Gesmack in Form und Verzierung der Kronleuchter zeigt die heirbey gelieferte Schöne Zeichnung eines solchen Leuchters, wie die Churfürtliche Sächsiche Spiegelfabrik zu Dresden, deren geshcmackvollen Arbeiten und schone Dessins wir schon mehrermale in unserem Journale rühmten, dergleichen anjetzt fertigt.“


Daran schließt sich eine ausführliche Beschreibung der Krone an, wobei vor allem die blauen, gläsernen Böden in Kombination mit den „Chrystalltränen“ als sehr schönes Farbenspiel gerühmt werden. Der Rezensent des Journals des Luxus würdigt den Einfall, den Kronleuchter, anstatt in der Mitte einen Schaft zu verwenden, mit Ketten zu versehen, sodass die Krone zu einem luftigen Ganzen wird. Der lobende Text schließt mit der Mitteilung, dass dieser äußerst geschmackvoll gestaltete Kronleuchter von Kennern sehr empfohlen wird.
(Journal des Luxus und der Moden, Dezember 1797)


Im Gartensaal des Lübecker Rathauses befindet sich eine vergleichbare, wenn auch größere Krone aus der Dresdner Spiegelmanufaktur. Genau wie bei dem hier beschriebenen Kronleuchter sind auch dort die blauen Glasböden erhalten geblieben. Diese in feuervergoldeten Bronze-Ringen befestigten Schalen sind sonst für gewöhnlich verloren gegangen. In einer Inventarliste der Berliner Firma Werner & Mieth, die auch farbige Glasböden verwendete, werden diese Böden als „gefärbter Glas-Fuß“ bezeichnet. Diese Glasböden sind sehr selten, da sie in vielen Fällen verloren gegangen sind.

Literatur:
K. Klappenbach, Kronleuchter Mit Behang aus Bergkristall und Glas sowie Glasmarmkronleuchter bis 1810, Berlin 2001, pp. 49, 74, 102, 359.

Deutsche Kronleuchter, Dresdner Spiegelmanufaktur
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1797
Material
feuervergoldete Bronze, geschliffenes Glas und blaues Glas
Abmessungen
75 cm
Diameter
62.00 cm

Weltweite Lieferung möglich


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