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Der Meister der weiblichen Halbfiguren, ca. 1520-1530, Junge Frau am Virginal



Der Meister der weiblichen Halbfiguren, ca. 1520-1530, Junge Frau am Virginal

An einem Tisch sitzt eine junge Frau und schreibt. Ihr linker Arm ruht auf einem Klavichord. In ihrer rechten Hand hält sie ein Schreibgerät. Ihr Blick ruht auf dem Papier. Ihr Haar ist mit einem roten Band zusammengebunden. Ihre Kleidung besteht aus mehreren Lagen. Rote Ärmel ragen aus einem Umhang aus Pelz hervor. Ihr Kleid ist von dunkler Farbe. Ein Spitzenrand des Hemdes lugt hervor. Im Hintergrund sieht man den Schatten ihrer Silhouette.
Dieses Werk passt thematisch perfekt zu dem Œuvre des Meisters der weiblichen Halbfiguren. Diesem Meister werden zahlreiche Variationen des Themas weibliche Halbfigur in häuslicher Umgebung zugeschrieben. Er verwendete auffallend oft ein Kleidungsstück mit rechteckigem Ausschnitt und ein Haarband, das das Haar zusammenhält, als Motiv. Obwohl von vielen Werken des Meisters der weiblichen Halbfiguren unterschiedliche Variationen existieren, ist von diesem Gemälde keine zweite Version bekannt.

Der sogenannte Meister der weiblichen Halbfiguren muss zu seiner Zeit sehr beliebt gewesen sein. Man kann ihn allerdings besser als ein Atelier oder als eine Gruppe von Künstlern auffassen, die alle den gleichen Stil hatten und das gleiche Thema bearbeiteten. Es hat sich ganz sicher nicht um einen einzigen Meister gehandelt. Obwohl diese Gruppe von Malern in ihrer Zeit sehr erfolgreich war, ist wenig über das, was man besser als den Meister der weiblichen Halbfiguren bezeichnen sollte, bekannt. Kenner spekulieren schon seit mehr als einem Jahrhundert über Ort und Zeitraum seines Schaffens. Sogar die Region, aus der der Meister der weiblichen Halbfiguren stammt, ist nicht klar. Genannt werden häufig sowohl Antwerpen, Mechelen als auch Brügge und der französische Hof. Die Schaffensperiode wurde früher als ziemlich weit gefasster Zeitraum im 16. Jahrhundert angesetzt, während man heutzutage eher von den Jahren 1500-1530 (Niederländisches Institut für Kunstgeschichte) ausgeht. Keines der Werke ist datiert.
Die Gruppe wurde nach einem Gemälde benannt, das drei bei einem Konzert musizierende Frauen zeigt (Harrach Sammlung, Schloss Rohrau, Österreich). Der Maler dieses Werkes war der Meister oder der Leiter des Ateliers, das viele thematisch ähnliche Arbeiten fertigte. Die Werkstatt befand sich möglicherweise in Antwerpen und hatte engen Kontakt zu Joachim Patinir, denn die Landschaften, die in den unterschiedlichen Arbeiten vorkommen, zeigen starke Übereinstimmungen mit denen bei Patinir. Die Frauenfiguren erinnern allerdings eher an Barent van Orley und Adriaen Isenbrant aus Brügge. Auch der Name Ambrosius Benson wird häufig im Zusammenhang mit diesen Motiven genannt.
Die Kleidung der jungen Frau auf dem hier präsentierten Gemälde war auf jeden Fall im Flandern der Jahre 1520-1530 sehr modern. Sowohl Ambrosius Benson als auch Joos van Cleve verwendeten in einem Frauenporträt eine ähnliche Kombination, siehe zum Beispiel das Gemälde von van Cleve in Kassel oder das Porträt der Anne Stafford of Hastings  in Saint Louis von Benson.
Die Art, wie der Hintergrund wiedergegeben wird, stimmt auffallend mit dem Gemälde von Benson überein.
Viele der weiblichen Halbfiguren dieser Gruppe wurden wegen des prominent platzierten Salbentopfs als Magdalena betitelt. Das Fehlen des Topfes macht jede Interpretation dieser jungen Dame schwierig. Ein Vorschlag lautete wegen des Klavichords unter ihrem Arm Cecilia.

Dieses Gemälde weist große Übereinstimmungen mit einem Gemälde in der National Gallery in London auf. Es wird angenommen, dass es in der Umgebung des Meisters der weiblichen Halbfiguren entstanden ist. Alte Zuschreibungen sind bis jetzt alle zurückgewiesen worden.
 

Der Meister der weiblichen Halbfiguren, ca. 1520-1530, Junge Frau am Virginal
Preis auf Anfrage
Epoche
ca. 1520-1530
Material
Ölfarbe auf Paneel
Abmessungen
26.4 x 21.2 cm

Weltweite Lieferung möglich


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